Angst und Panikattacken – eine persönliche Geschichte

Angst und Panikattacken – eine persönliche Geschichte

Angst und Panikattacken – eine persönliche Geschichte 150 150 Psychotherapie für Erwachsene

Angst und Panik können überfallsartig auftreten, ohne dass man genau weiß, woher sie kommen. Wir alle wissen, dass Angst eine gesunde Reaktion auf Bedrohung darstellt. Panik wiederum ist eine besonders starke Angstreaktion, die einhergeht mit starkem Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühlen und noch einigen anderen unangenehmen Symptomen. Auch wenn man an Panikattacken nicht sterben kann, fühlt es sich im Moment der Attacke so an.

Die Ursachen für solch scheinbar unbegründete Angst- und Panikattacken sind oft in der persönlichen Geschichte und den aktuellen Lebensumständen (z.B. Arbeitsüberlastung) zu finden. In der Regel fällt es Betroffenen jedoch schwer, solche Zusammenhänge klar sehen können, da sie sozusagen „zu nahe dran sind“. Oft können sie also keinen Grund für die Attacken finden. Dies macht Panikattacken meist noch bedrohlicher, da man sich ihnen „ausgeliefert“ fühlt.

Ich möchte an dieser Stelle die Geschichte einer sehr engen Freundin von mir erzählen, die vor einiger Zeit von Angst- und Panikattacken buchstäblich überrascht wurde. Eines Abends rief sie mich an und fragte, ob ich Zeit hätte mit ihr zu reden. Wir hatten uns schon länger nicht gehört und ich merkte sofort, dass an ihrer Stimme etwas nicht stimmte. Sie klang zittrig und unsicher. Als ich sie fragte, ob etwas passiert sei und sie Hilfe bräuchte, antwortete sie, dass sie nicht sicher sei, was mit ihr los ist. Sie hatte in der Vorwoche eine neue Arbeit angetreten und seitdem ging es ihr sehr schlecht. Sie erzählte mir, dass sie an ihrem neuen Arbeitsplatz immer wieder aus heiterem Himmel in Tränen ausgebrochen sei. Sie musste sich dabei stets verstecken, da es ihr vor den neuen Kollegen so unglaublich peinlich war. Nun saß sie alleine zu Hause und wurde von wiederkehrenden Attacken schrecklicher Zukunfts- und durch Herzrasen verursachter Todesangst geplagt. Sie wusste nicht, was sie dagegen tun konnte.

Es war sehr schnell klar, dass es sich hierbei um Panikattacken handelte und diese Freundin sich gerade in einer für sie äußerst bedrohlichen Lage befand. In dieser Situation war es notwendig, mit Hilfe von Maßnahmen der Krisenintervention vorzugehen. Ich erklärte ihr also kurz, was Panikattacken sind und dass ihr körperlich nichts passieren konnte, sie also nicht sterben werde. Daraufhin entwickelten wir gemeinsam einen Notfallplan.

Als ersten Schritt half ich ihr über das Telefon, sich zu entspannen und etwas zur Ruhe zu kommen. Danach sprachen wir kurz über ihre derzeitige Lebenssituation und die letzten Wochen. Sie erzählte, dass sie sehr unter Druck gestanden hatte, eine neue Arbeitsstelle zu finden und sich dabei keine Zeit mehr für sich gegönnt hatte. Auch wenn es für sie sehr, sehr schwer war, traf sie in unserem Gespräch die Entscheidung, am nächsten Tag nicht zur Arbeit zu gehen und damit zu riskieren, diesen Job gleich wieder zu verlieren. Wir verfassten eine kurze E-Mail an ihren Chef und nachdem sie diese abgeschickt hatte, fühlte sie sich nochmals deutlich entspannter.

Sie war damit einverstanden, sobald wie möglich eine Gesprächstherapeutin und einen Psychiater aufzusuchen, um nicht zu lange mit der Bekämpfung ihrer Symptome zu warten. Mit ihrem Einverständnis rief ich noch am gleichen Abend eine mir bekannte Gesprächsherapeutin an, die bereits am nächsten Tag einen Termin für sie frei hatte. Auch das war für sie sehr erleichternd, und mit Hilfe unseres Gesprächs und den getroffenen Maßnahmen fühlte sie sich stark genug, die Nacht zu überstehen.

Am nächsten Tag ging sie zu ihrer Gesprächstherapeutin und bekam zusätzlich eine Überweisung zu einem Facharzt für Psychiatrie. Dort wurde ihre eine vorübergehende Panikstörung diagnostiziert und sie bekam Medikamente, die sie bei Bedarf in Notfällen einnehmen konnte.

Nach ein paar Tagen und durch Reflexion in der Gesprächstherapie kündigte sie ihren Job und ging in den Krankenstand. Innerhalb von nur wenigen Wochen konnte sie in der Therapie jene Themen bearbeiten, welche zu dieser massiven Angstreaktion geführt hatten. Die therapeutische Beziehung zu ihrer Gesprächstherapeutin war ihr diesbezüglich eine wesentliche Stütze. Nach einer gewissen Erholungszeit wusste sie genau, wo sie sich in Zukunft beruflich hinentwickeln wollte und konnte damit beginnen, sich aktiv zu bewerben. Durch ihr klares und sicheres Auftreten hatte sie Erfolg und konnte sich unter mehreren Angeboten einen passenden neuen Arbeitsplatz aussuchen. Massive Angstsymptome hat sie seitdem keine mehr. Sie ist sich ihrer Selbst, ihrer Bedürfnisse und Emotionen nun bewusster und hat gelernt, besser auf sich zu hören.

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